|
|
In unserem Alltag sind wir häufig gehetzt und gestresst, wir haben
keine Zeit, zu uns zu kommen und uns zu spüren. Viele unserer Konflikte und
Probleme zeigen sich im Körper in Form von Verspannungen und körperlichen
Symptomen.
Wir kommunizieren mit unserem Körper mit den
Pferden, je mehr wir uns selbst und unseres Körpers bewusst sind, desto feiner
und harmonischer ist der Kontakt zu den Pferden.
Bei dieser Form des Reitens steht nicht das Reiten Lernen im
Vordergrund, sondern der Kontakt zu sich selbst, dem Pferd und der Umgebung.
Pferde „bewegen“ uns , sie leben ganz in der Gegenwart, sie dienen als Spiegel
durch ihre feine und sensible Reaktion auf unsere Körpersprache. Pferde sind
ansteckend in ihrer Kraft und Lebendigkeit, sie helfen uns, uns mehr zu spüren
und zu entspannen und ein gutes Körpergefühl zu entwickeln. Durch sie, durch
Übungen und Gespräche werden wir die Botschaften unseres Körpers besser
verstehen lernen, wir werden im Kontakt mit den Pferden uns selbst begegnen.
Besondere Aufmerksamkeit werden wir dem Körper und dem Körpergefühl
widmen. Wie fühlt es sich an, auf dem Pferd zu sitzen und locker und harmonisch
mit den Bewegungen mitzuschwingen, wie kann ich locker bleiben und mich trotzdem
sicher fühlen. Wie kann ich loslassen, mich anvertrauen, ohne mich aufzugeben.
Dabei wollen wir Freude am eigenen Körper entwickeln, Blockaden lösen, in das
Gleichgewicht kommen und die eigene Lebendigkeit entdecken.
Pferde leben ganz
in der Gegenwart, im Hier und Jetzt, mit all ihren Sinnen und ihrer
individuellen Pferdepersönlichkeit. Es ist manchmal schier unglaublich, auf
welche noch so feinen Signale sie reagieren, wie sie im Kontakt mit sich selbst
und der Umwelt sind. Darin dürfen, müssen wir uns aber nicht anschließen, wir
können unser
Tempo bestimmen und die für uns richtige Nähe und
Distanz, für die Pferde sind wir so wie wir sind in Ordnung.
Für das Herdentier
Pferd bedeutet es eine Selbstverständlichkeit, ständig nonverbal zu
kommunizieren und kleinste Signale zu achten und ernst zu nehmen. Sie sind
soziale Wesen, die offen und direkt auf das reagieren, was ihnen
entgegengebracht wird. Dabei bewerten und beurteilen sie nicht, sondern spiegeln
uns, so dass wir durch sie uns selbst begegnen können. Sie zeigen uns
unsere unabgeschlossenen Gestalten, unsere
Bewältigungsmuster und Konflikte, die zum Leben erweckt werden, im Kontakt mit
den Pferden eher noch vertieft und differenziert. Diese Arbeit mit dem Pferd
bietet dazu einen geschützten Raum. Durch die direkte und echte Reaktion der
Pferde können wir im Sinne des lebendigen Lernens sofort die Konsequenzen auf
unser Verhalten sehen.
Die Pferde spielen
eine „tragende“ Rolle, sie schütteln uns durcheinander und bewegen und berühren
uns, wollen aber auch mit uns in das Gleichgewicht kommen, einen Dialog
eingehen. Dieser Dialog gestaltet sich nonverbal, wichtig für viele Bereiche,
für die die Worte fehlen. Wir brauchen unseren „ganzen“ Körper, um mit den
Pferden zu kommunizieren, bei Abspaltung und Gefühllosigkeit fehlt uns das
Kommunikationsmittel. Wenn wir die Verbindung mit unserem Körper verlieren,
verlieren wir die Verbindung zu unserem Selbstgefühl und unserer emotionalen
Kraft.
Körper- und
Bewegungsdialog
fördern die Körperwahrnehmung und das
Körpergefühl, Blockaden und Verspannungen lösen sich, wir kommen ins
Gleichgewicht und können unsere Mitte finden. Da die Gestalttherapie den
Menschen als eine Körper-Seele-Geist- Einheit ansieht, also als Ganzheit, wirken
körperliche Prozesse auch auf Geist und Seele, wie auch umgekehrt die Lösung
eines psychischen Konfliktes sich im Körper zeigt. Mit zunehmender
(Körper)bewußtheit entdecken wir die Freude an unserem Körper und an der
Bewegung. Durch die vielfältigen Sinnesreize und den Aufenthalt in der freien
Natur zu jedem Wetter und jeder Jahreszeit bekommen wir einen Anreiz zum Kontakt
mit uns selbst und unserer Umgebung. Dabei können wir uns anstecken lassen von
der Kraft und Lebendigkeit, von der Schönheit und dem Anmut und von der
Natürlichkeit der Pferde.
Wir können uns von
ihnen tragen lassen, ihre Wärme und Weichheit spüren, wir können aber auch die
Zügel in die Hand nehmen, die Pferde lenken, den eigenen Weg bestimmen in der
Form und in dem Tempo, das uns entspricht. Der Kontakt zu mir selbst und die
Bewusstheit für das Lebewesen Pferd ist wichtig, nicht Leistung, Druck und
Zwang. Pferde können persönliche Prozesse aufgrund ihrer Besonderheiten
hilfreich und lebendig unterstützen.
Diese besondere
Form der Begegnung mit Pferden ist für alle geeignet,
- die ohne
Leistungsdruck Kontakt mit Pferden haben möchten,
- die für sich selbst
etwas tun möchten,
- die „ganz“ werden
möchten mit allen Facetten ihrer Persönlichkeit,
- die mehr Kontakt zu
sich, zu ihrem Körper und ihrer Umwelt, mehr fühlen und wahrnehmen möchten,
- die sich von der
Kraft und Lebendigkeit der Pferde anstecken lassen möchten,
- die die „Zügel in
die Hand nehmen“ möchten.
- die auf eine andere
Art als herkömmlich üblich reiten lernen möchten
Die Methoden der Arbeit sind individuell auf den einzelnen Menschen
abgestimmt, sie reichen von Beobachten und Kennenlernen der Pferde, Entspannungs
- und Visualisierungsübungen, Körperbewußtseins- und Wahrnehmungsübungen,
psychotherapeutischen Elementen auf Basis der Gestalttherapie bis hin zu
Elementen des sportlichen Reitens. |