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Therapeutisches
Reiten und heilpädagogisches Voltigieren auf der Grundlage der Psychomotorik
Psychomotorik möchte das Kind in
seiner Ganzheit ansprechen. Wahrnehmung, Bewegung, Handeln, Denken, Erleben
haben Einfluss auf die Psyche. Die Ziele der Psychomotorik beziehen sich darauf,
dass durch Bewegung gemachte Erfahrungen die gesamte Persönlichkeitsentwicklung
des Kindes fördern. Psychomotorik ist also ein ganzheitliches Bewegungsangebot.
Körper, Seele und Geist werden gleichermaßen angesprochen, die motorischen,
sozialen, emotionalen, kognitiven und sprachlichen Fähigkeiten werden
gefördert. Die ersten Erfahrungen, die für die
Entwicklung eines Menschen von Bedeutung sind, stammen aus dem Wahrnehmungs- und
Bewegungsbereich. Hierauf baut die Psychomotorik auf. Durch ein reichhaltiges
Bewegungsangebot wird Kindern die Möglichkeit gegeben, in ihrer Entwicklung
voranzuschreiten. Kinder, die psychomotorisch
"behandelt" werden, merken dies eigentlich nicht – sie gehen davon aus, dass sie
gespielt haben. Es wird den Kindern kein fester Ablauf vorgelegt, an welchen sie
sich zu halten haben. Sie selbst können das Geschehen
mitbestimmen. Der spielerische Ablauf ist für Kinder von entscheidender Wichtigkeit. Kinder erleben ihr eigenes Spiel als sinnvoll, ihre Motivation ist sehr hoch. Im Gegensatz dazu macht vielen Kindern ein reines „Funktionstraining“ meist wenig Spaß. Sie erkennen keinen Sinn in ihrem Tun, weshalb das, was sie dabei lernen sollen, für sie auch kaum eine Bedeutung hat. Im Spiel jedoch sind Kinder zu ganz anderen "Leistungen" fähig, weil sie mehr Lust haben, ihr eigenes als ein ihnen auferlegtes Ziel zu verfolgen. Das Konzept der Psychomotorik ist darauf bedacht, Situationen zu schaffen, bei denen die Kinder selbst auf die Idee kommen, neue, fördernde Erfahrungen zu machen.
Das
Pferd ist der ideale Partner bei der psychomotorischen Arbeit.
Der Körper des Pferdes bietet
Kindern eine Vielzahl an Erfahrungsmöglichkeiten. Hinzu kommen verschiedenste
Bewegungserfahrungen, die auf dem Pferd gemacht werden können, z.B. rhythmische Bewegungen, unterschiedliche
Positionen auf dem Pferd, natürliche Geschwindigkeit, Gleichgewicht halten,
Angst haben und Mut finden, im Kontakt mit dem Lebewesen Pferd sein usw. Das
elementare Bedürfnis nach Nähe und "Getragen-werden" kann während des Reitens
befriedigt werden. So haben die Kinder die Möglichkeit, spielerisch ihr
Körpergefühl zu schulen. Die Tiere treten dem Menschen
gegenüber völlig wertfrei auf. Sie reagieren unvoreingenommen auf die Personen,
die mit ihnen zusammen sind und sind in ihrem Verhalten niemals berechnend oder
falsch. Diese Tiere spiegeln das Verhalten, welches ihnen entgegengebracht wird.
Dies ist ein entscheidender Faktor bei der pädagogischen Arbeit mit Pferden.
Kinder werden bewegt, ihr eigenes Verhalten bewußt wahrzunehmen und
gegebenenfalls zu überdenken. Im Umgang mit Pferden können Kinder
sich als "wirksam" erleben – immer dann, wenn ein ihnen körperlich erheblich
überlegenes Tier das tut, was sie von ihm möchten. So können die
Selbstständigkeit gestärkt und das Verantwortungsgefühl erlebt
werden. In Kleingruppen können Kinder, wenn
sie gemeinsam mit einem Pferd umgehen, unbezwungen in Kontakt treten, da sie
eine gemeinsame Situation und Kommunikationsgrundlage haben. In verschiedensten
Spielmöglichkeiten kann die Kommunikation sehr intensiviert werden, wobei die
sozialen Fähigkeiten gefördert werden.
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